Mathilde Lichtenstein
Geburtsname
Mathilde Scherer
Geburtsdatum und -ort
17. Januar 1907 in Sinsheim
Sterbedatum und -ort
19. Juni 1981 in Mayfield Heights, Ohio (USA)
Beruf
Verkäuferin und Inhaberin eines Bekleidungsgeschäftes
Wohnadressen in Sinsheim und den Stadtteilen
1907 bis 1936: Sinsheim, Bahnhofstraße 25 (aktuelle Nummerierung)
Biografie
Mathilde Scherer war die Tochter und das einzige Kind des Kaufmanns Max Scherer und der Bertha Scherer geb. Kaufmann. Mathilde war der Vorname ihrer Großmutter mütterlicherseits und der Schwester ihres Vaters. Gelegentlich nannte sie sich auch Martha. Sie besuchte die Realschule Sinsheim ab dem Schuljahr 1917/18 und verließ sie mit der mittleren Reife, dem damals möglichen Abschluss.
Sie heiratete am 7. Mai 1928 in Sinsheim den Kaufmann Karl Michael Lichtenstein aus Selters, Trauzeugen waren der Kaufmann Valentin Bernstein aus Oberlahnstein und der Kaufmann Josef Scherer, wohnhaft in Colmar. Das Paar wohnte in Sinsheim und arbeitete ebenfalls im Geschäft des Max Scherer. Mathilde und Karl Lichtenstein wurden Eltern eines Sohnes, Werner, geboren am 21. Mai 1931 in Heidelberg.
Die Familie Lichtenstein verließ Europa am 8. Juli 1936 von Cherbourg aus auf der "Aquitania". Mathilde/Martha Lichtenstein stellte am 18. November 1936 einen Einbürgerungsantrag. Die Einbürgerung erfolgte am 30. August 1943. 1940 wohnte sie mit Mann, Kind und den Eltern zusammen in Urbana City, Champaign County, Ohio (239 East Church Street). Sie arbeitete als Verkäuferin im Bekleidungsgeschäft ihres Mannes.
1950 wohnten ihr Mann und sie zusammen mit ihrer Mutter in University Heights, Cuyahoga County, Ohio (3798 Westwood Road). Sie besaß jetzt ein eigenes Damenbekleidungsgeschäft. Ihr Mann starb am 21. April 1957. Mathilde/Martha Lichtenstein ging am 5. März 1961 mit Fred Seller eine zweite Ehe ein und hieß nun laut einer neu ausgestellten Einbürgerungsurkunde Mathilde Seller.
Martha Lichtenstein Seller starb am 19. Juni 1981 in Mayfield Heights, Cuyahoga County, Ohio. Sie lebte zu diesem Zeitpunkt in dem Altersheim der Cornelia Schnurmann Foundation, das von dem aus Steinsfurt stammenden Gerontologen Dr. Julius Weil erbaut wurde und das er von 1969 bis 1985 leitete. Martha Lichtenstein Seller wurde neben ihrem ersten Ehemann Karl Lichtenstein begraben.
Quellen und Literatur
- Stadtarchiv Sinsheim, Geburts-Hauptregister der Gemeinde Sinsheim, Amtsgerichts Sinsheim, für das Jahr 1907, Nr. 4; Heirats-Buch 1923-1929, 1928, Nr. 11.
- Generallandesarchiv Karlsruhe, 480 Nr 24705 (1-2).
- 1940 Census Population Schedules, Ohio, Champaign County, ED 11-23, Sheet No. 6 A, U.S. National Archives and Records Administration, 135692274.
- 1950 Census Population Schedules, Ohio, Cuyahoga County, ED 18-170, Sheet No. 31/5, U.S. National Archives and Records Administration.
- ancestry: Schiffsliste, Antrag Einbürgerung, Einbürgerung 1943 und neue Urkunde 1961, Ohio Sterberegister, Cuyahoga County, Ohio, Heiratsregister und -indizes 1960-61, vol 611 page 115.
- Der Landbote Nr. 19 vom 23. Januar 1928.
- Aufbau Bd. 47, Nr. 32 vom 7. August 1981.
- Realschule Sinsheim (Hrsg.): Jahres-Bericht für das Schuljahr 1917/18, Sinsheim 1918.
- Realschule Sinsheim (Hrsg.): Jahres-Bericht für das Schuljahr 1921/22, Sinsheim 1922.
- Hans Appenzeller: Dr. Julius Weil: Gerontologe (Steinsfurt), in: Jüdische Persönlichkeiten im Kraichgau, hrsg. v. Michael Heitz/Bernd Röcker, Heidelberg u. a. 2013, S. 301-303.
- Weil, Julius, in: Encyclopedia of Cleveland History,
- Verein Alte Synagoge Steinsfurt e. V., Personen-Index, Dr. Julius Weil,
- Find a Grave, Datenbank und Bilder (https://de.findagrave.com/memorial/179310608/martha-seller: aufgerufen 4. September 2025), Gedenkstättenseite für Martha Seller (17 Jan 1907–19 Juni 1981), Gedenkstätten-ID bei Find a Grave 179310608, zitierend Zion Memorial Park Cemetery, Bedford Heights, Cuyahoga County, Ohio, USA; Gepflegt von Carole K. (Mitwirkung 48020947).
Bildnachweise
- Stadtarchiv Sinsheim
Autorin
Wiltrud Flothow

