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Josef Scherer

Geburtsdatum und -ort
2. August 1906 in Sinsheim

Sterbedatum und -ort
9. Oktober 1942 im Konzentrationslager Auschwitz

Beruf
Bäckermeister

Wohnadressen in Sinsheim und den Stadtteilen

  • 1906 bis 1936: Sinsheim, Hauptstraße 82 (aktuelle Nummerierung)
  • 1936 bis 1938: Sinsheim, Kleine Grabengasse 107 (Synagoge, damalige Nummerierung)
  • 1939: Hoffenheim, Kirchstraße 10 (aktuelle Nummerierung)

Biografie

Josef Scherer war das älteste Kind der Eheleute Moritz Scherer und Anna Scherer geborene Dreyfuß. Er besuchte von 1912 bis 1920 die Volksschule in Mannheim und absolvierte eine dreijährige Bäckerlehre bei der Firma Fritz Seligmann in der Plöck 34, Heidelberg. Nach der Gesellenprüfung 1923 arbeitete Josef Scherer bis 1935 gegen freie Kost und Station, Ausstattung und Taschengeld in der Bäckerei seines Vaters in Sinsheim. Am 9. Mai 1932 legte er in Mannheim die Meisterprüfung ab und sollte die väterliche Bäckerei übernehmen. Nachdem diese wegen des Geschäftsrückgangs aufgrund der Boykottmaßnahmen gegen Juden geschlossen und verkauft wurde, arbeitete Josef Scherer von 1936 bis 1938 in der Zigarrenfabrik Simon Hofherr in Heidelberg. Laut dem Adressbuch 1937/38 wohnte der "Bäcker" Josef Scherer in der Kleinen  Grabengasse 107, also in der Synagoge.

Von Heidelberg aus wurde er am 11. November 1938 ins Konzentrationslager Dachau verschleppt und am 28. Dezember 1938 wieder entlassen. Der "Schutzhaft Jude" Josef Scherer hatte dort die Gefangenennummer 20707. Nach der Entlassung schlug er sich als Gelegenheitsarbeiter durch. So arbeitete Josef Scherer bei verschiedenen Handwerkern in Sinsheim, Reihen, Zuzenhausen und Hoffenheim, für kurze Zeit auch beim Flurbereinigungsamt Sinsheim. Da von der Familie des Moritz Scherer keiner mehr in Sinsheim lebte und das Haus verkauft war, wohnte Josef wie auch sein Bruder Ludwig in Hoffenheim bei seinem Onkel Hermann Heumann (verheiratet mit Ida, der Schwester seiner Mutter) in der Kirchstraße 10.

Am 9. Januar 1939 stellte er einen Antrag auf eine Kennkarte, das Formular zeigt von fremder Hand eingetragen seinen zusätzlichen Zwangsvornamen Israel und ein großes gestempeltes rotes "J". Zusätzlich bescheinigte ihm der Beamte, dass er bis zum Inkrafttreten des Reichsbürgergesetzes das Bürgerrecht besessen habe. Eine Kopie des Antragsformulars bekam Josef Scherer, eine wurde beim Landratsamt Sinsheim aufbewahrt, die dritte ging an die Reichsstelle für Sippenforschung in Berlin. Wie auch die meisten Juden in Baden wurde er am 22. Oktober 1940 von Sinsheim aus ins Lager Gurs "evakuiert". Josef Scherer kam von Gurs in das Lager Noe (27. Februar 1941), dann nach Récébédou (3. August 1942) und schließlich in das Sammellager Drancy.

Am 12. August 1942 "überstellte" man ihn zum Konzentrationslager Auschwitz. Für diesen Transport Nr. 18 wurde auch eine "Abschubliste" in doppelter Ausfertigung angelegt, von einer französisch sprechenden Person getippt. Transportführer war Oberfeldwebel Möller. Der Zug verließ den Bahnhof Drancy-Bourget um 8:55 Uhr. SS-Obersturmführer Röthke informierte das Reichssicherheitshauptamt, den Inspekteur der Konzentrationlager in Oranienburg und das Konzentrationslager Auschwitz über die Abfahrt. Im Zug waren 1.162 Juden, Frauen und Männer aus Deutschland, Ungarn, Polen, Österreich, Lettland, Tschechoslowakei, Saarland, Ukraine sowie sieben Staatenlose und eine Person mit unbestimmter Staatsangehörigkeit. Josef Scherer hatte die Nummer 398, als Beruf wurde "boulanger" (Bäcker) angegeben. Er wurde am 9. Oktober 1942 in Auschwitz ermordet. Das Amtsgericht Berlin erklärte ihn zum 26. Januar 1945 für tot. Für Josef Scherer gibt es in Yad Vashem ein Gedenkblatt, ausgefüllt von seiner Schwester Margarete/Miriam Blum.

Quellen und Literatur

  • Stadtarchiv Sinsheim, Geburts-Hauptregister der Gemeinde Sinsheim, Amtsgerichts Sinsheim, für das Jahr 1906, Nr. 46; HOF A 1997; HOF B 170; HOF B 254.
  • Generallandesarchiv Karlsruhe, 377 Nr. 19078; 434 Nr. 27; 480 Nr. 21128 (1).
  • Hauptstaatsarchiv Stuttgart, EA 99/001 Bü 161.
  • Zugangsbuch des Konzentrationslagers Dachau, Häftlingsnummern 017847-023756, 1.1.6.1/130429430/ITS Digital Archive, Arolsen Archives.
  • Schreibstubenkarten des Konzentrationslagers Dachau, 1.1.6.7/10745600/ITS Digital Archive, Arolsen Archives.
  • Abschubliste Nr. 18: Transport v. 12.08.42 v. Drancy n. Auschwitz, 1.1.9.1/11180501, 11180503, 11180534/ITS Digital Archive, Arolsen Archives.
  • Yad Vashem, Liste von in Auschwitz ermordeten Juden, 5397020.
  • Yad Vashem, Gedenkblätter-Sammlung, 1687993.

Bildnachweise

  • Privatbesitz

Autorin

Wiltrud Flothow