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Ilse Reinach

Geburtsdatum und -ort
13. Juli 1919 in Sinsheim

Sterbedatum und -ort
2. Januar 1977 in New York

Beruf
Haushaltshilfe, Näherin

Wohnadressen in Sinsheim und den Stadtteilen

  • 1919 bis 1935: Sinsheim, Hauptstraße 94 (aktuelle Nummerierung)

Biografie

Ilse Irene Jeanette Reinach war die Tochter des Bäckermeisters Leopold Reinach und der Bertha Reinach geborene Oppenheimer. Sie besuchte die Oberrealschule in Sinsheim ab dem Schuljahr 1930/31. Ein Klassenfoto von 1931 zeigt sie mit ihren 48 Klassenkameraden. Vier davon waren wie sie jüdisch, darunter auch Ruth Bauer, Tochter des Sinsheimer Eisenwarenhändlers Gustav Bauer. Ilse musste die Oberrealschule zu Schuljahresende 1934 verlassen. Das Gesetz gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen vom April 1933 machte es für jüdische Kinder praktisch unmöglich, höhere Schulen zu besuchen. Im folgenden Schuljahr waren auf der Oberrealschule nur noch zwei jüdische Schüler, im Gegensatz zu 14 im Schuljahr 1932/33. Zusätzlich war es vermutlich für ihren Vater unmöglich, das Schulgeld zu bezahlen.

Ilse hatte glücklicherweise ihre Schulpflicht erfüllt. Sie besuchte für ein Jahr die Fortbildungsschule in Sinsheim. Im November 1935 zogen sie, ihre Mutter, und ihr Bruder nach Heidelberg in die Schröderstraße 12. Ihr Vater kam nach seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager Kislau zu ihnen. Ilse Reinach setzte gezielt ihre berufliche Ausbildung fort. Sie ging von 1935 bis 1937 auf eine Haushaltungsschule in Heidelberg und absolvierte anschließend in Mannheim einen Kinderpflegekurs.

Im Alter von 18 Jahren reiste Ilse Reinach am 26. Mai 1938 alleine von Hamburg aus auf der SS "Washington" in die USA ein. Bereits am 5. August 1938 stellte sie einen Einbürgerungsantrag. Zu dieser Zeit arbeitete sie als Haushaltshilfe und wohnte bei ihrer Tante Lina Michel geborene Oppenheimer, deren Mann Rudolph sowie Tochter Lottie in 203 W 107th Street, New York City. Laut dem US-Census von 1940 lebte Ilse Reinach mit ihrem Bruder bei den Eltern in New York (207 West 136th Street).

Sie heiratete am 12. August 1948 Dewald Strauss. Dieser war am 4. Juli 1906 als Sohn des Liebmann bzw. Lion Strauss und der Klara Strauss geb. Stein in Billigheim (Odenwald) geboren. Seine Familie hatte dort ein Textilgeschäft geführt. Dewald Strauss war vom 11. November 1938 bis zum 15. Dezember 1938 als Häftling Nr. 20139 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Im Oktober 1939 war er in Großbritannien als feindlicher Ausländer im Kitchener Camp, Richborough, Sandwich, Kent, interniert. Dewald Strauss wurde aber von einem Gericht als Flüchtling freigelassen und konnte am 18. Dezember 1939 mit einem in London ausgestellten Visum von Southampton aus in die USA einreisen. Als Kontaktadresse in Deutschland gab er seine Mutter Klara (geboren 1877 in Künzelsau) in Billigheim an, Ziel war Berthold Strauss in New York. 1950 arbeitete er als Handlungsreisender für die New Yorker Firma Fuller Brush, seine Frau Ilse als Näherin bei einem Großhandel für Damengürtel. Das Ehepaar wohnte 51 Hamilton Place, New York. Sie hatten zwei Söhne: Larry Allan Strauss, geboren am 2. September 1951, und Jerry Kurt Strauss, geboren am 8. April 1955. Ilse Reinach starb am 2. Januar 1977. Ihr Mann war bereits am 5. August 1974 in New York City gestorben.

Quellen und Literatur

  • Standesamt Sinsheim, Geburts-Hauptregister der Gemeinde Sinsheim, Amtsgerichts Sinsheim, für das Jahr 1919, Nr. 18.
  • Generallandesarchiv Karlsruhe, 480 Nr. 12031 [bezüglich Klara Strauss].
  • Hauptstaatsarchiv Stuttgart, EA 99/001 Bü 161.
  • Zugangsbuch des Konzentrationslagers Dachau, Häftlingsnummern 017847–023756, 1.1.6.1/130429410/ITS Digital Archive, Arolsen Archives [bezüglich Dewald Strauss].
  • Schreibstubenkarten des Konzentrationslagers Dachau, 1.1.6.7/10762080/ITS Digital Archive, Arolsen Archives [bezüglich Dewald Strauss].
  • 1940 Census Population Schedules, New York, New York County, ED 31-1834A, Sheet No. 11 B, U.S. National Archives and Records Administration, 133723224.
  • 1950 Census Population Schedules, New York, New York County, ED 31-1918, Sheet No. 80, U.S. National Archives and Records Administration.
  • ancestry: Schiffslisten und Einbürgerungsanträge bezüglich Ilse Reinach und Dewald Strauss.
  • Unterlagen des Sohnes Jerry Strauss.
  • Aufbau Bd. 43, No. 1 vom 7. Januar 1977.
  • Oberrealschule Sinsheim (Hrsg.): Achtundachzigster Jahres-Bericht für das Schuljahr 1930/31, Sinsheim 1931.
  • Oberrealschule Sinsheim (Hrsg.): Einundneunzigster Jahres-Bericht für das Schuljahr 1933/34, Sinsheim 1934.
  • Jerry Strauss/Lucia Yee-Lipitz: Giving My Father Back His Name. The Fuller Brush Man Meets the Great American Portrait Artist, o. O. 2021.

Bildnachweis

  • Privatbesitz

Autorin

Wiltrud Flothow