Gustav Weil
Geburtsdatum und -ort
22. Februar 1864 in Weiler
Sterbedatum und -ort
25. November 1915 in Heidelberg
Beruf
Kaufmann, Viehhändler
Wohnadressen in Sinsheim und den Stadtteilen
1864 bis 1893: Weiler, Haus Nr. 24 (frühere Nummerierung)
1897: Sinsheim, Hauptstraße 88 (heutige Nummerierung)
1900 bis 1915: Sinsheim, Bahnhofstraße 30 (frühere Nummerierung)
Biografie
Gustav Weil wurde am 22. Februar 1864 in Weiler geboren. Seine Eltern waren der Schutzbürger und Metzger Baruch Weil sowie Adelheid Weil geborene Weil. Gustav Weil war das siebte Kind. Er hatte sechs ältere und vier jüngere Geschwister, von denen aber außer ihm nur Klara, Moritz und Leopold das Erwachsenenalter erreichten. Leopold Weil wanderte 1872 in die USA aus, Moritz Weil dann 1882. Gustavs Mutter starb 1873, als er neun Jahre alt war.
Gustav Weil heiratete am 14. August 1890 in Freudental Nannette Wertheimer, die Tochter des Viehhändlers Abraham Loeb Wertheimer und der Pauline Wertheimer geborene Stern. Trauzeugen waren der Bijoutier Hirsch Loewe und der Pferdehändler Abraham Levi, beide aus Freudental. Da Freudental in Württemberg liegt, musste Gustav Weil bei dem Aufgebot seine badische Staatsangehörigkeit nachweisen. Gustav und Nannette Weil wurden Eltern von drei Kindern: Sohn Julius kam 1892 in Weiler zur Welt, in Sinsheim dann 1894 Tochter Adelheid Hilde und 1898 Sohn Siegfried, der jedoch knapp vier Monate alt starb.
Die Familie zog 1893 aus dem Haus Nr. 24 in Weiler nach Sinsheim. Als Gustav Weil 1897 seinen Hausrat versichern ließ, wohnte die Familie in einem der Häuser der Brüder Frank, nämlich in dem ehemaligen reformierten Pfarrhaus. 1899 war auch Gustavs Vater, der Kaufmann Baruch Weil, nach Sinsheim gezogen.
1900 kaufte Gustav Weil das Haus Bahnhofstraße 30 von dem Bezirkstierarzt Peter Diesbach, der das Gebäude 1874 umfassend hatte umbauen lassen. Der Umzug ins neue Haus fand aber erst rund zwei Jahre später statt. Die Familie Weil wohnte im ersten Stock, die Erdgeschosswohnung war vermietet. Am 2. April 1904 wurde vom Amtsgericht Sinsheim die Firma Gustav Weil mit dem Viehhändler Gustav Weil als Inhaber ins Handelsregister eingetragen. Gustav Weil starb am 26. November 1915 im akademischen Krankenhaus Heidelberg und wurde zwei Tage danach in Sinsheim beerdigt.
Quellen und Literatur
- Generallandesarchiv Karlsruhe, Standesbuch der evangelischen (lutherisch und reformiert) und israelitischen Gemeinde Weiler, 1848-1865, 390 Nr. 4817.
- Stadtarchiv Sinsheim, SNH A 1577; SNH B 81; SNH B 558; WEI B 128; Todtenbuch der Gemeinde Weiler, Amtsgerichts Sinsheim, für das Jahr 1873, Nr. 13; Geburts-Hauptregister der Gemeinde Weiler, Amtsgerichts Sinsheim, für das Jahr 1892, Nr. 19; Geburts-Hauptregister der Gemeinde Sinsheim, Amtsgerichts Sinsheim, für das Jahr 1894, Nr. 35; Geburts-Hauptregister der Gemeinde Sinsheim, Amtsgerichts Sinsheim, für das Jahr 1898, Nr. 73; Sterbe-Hauptregister der Gemeinde Sinsheim, Amtsgerichts Sinsheim, für das Jahr 1899, Nr. 6.
- Standesamt Freudental, Heiratsregister, Nr. 3/1890.
- Deutscher Reichsanzeiger und Königlich Preußischer Staatsanzeiger Nr. 83 vom 8. April 1904, Siebente Beilage: Zentral-Handelsregister für das Deutsche Reich.
- Der Landbote Nr. 140 vom 27. November 1915.
Bildnachweis
- Privatbesitz
Autorin
Wiltrud Flothow
