Bertha Scherer
Geburtsname
Bertha Kaufmann
Geburtsdatum und -ort
19. August 1882 in Ladenburg
Sterbedatum und -ort
19. Januar 1959 in Cleveland Heights, Cuyahoga, Ohio (USA)
Beruf
Hausfrau
Wohnadressen in Sinsheim und den Stadtteilen
1905 bis 1938: Sinsheim, Bahnhofstraße 25 (aktuelle Nummerierung)
Biografie
Bertha Kaufmann wurde am 19. August 1882 in Ladenburg geboren als Tochter des Kaufmanns Marx Kaufmann (1847–1916) und der in Malsch geborenen Mathilde Kaufmann geb. Maier (1855–1940). Max Scherer und Bertha Kaufmann verkündeten ihre Verlobung am 8. Juli 1905 im Sinsheimer "Landboten". Die Hochzeit fand zwei Monate später, am 12. September 1905, statt. Wegen dieser Familienfestlichkeit schloss Max Scherer sein Geschäft in der Bahnhofstraße für einen Tag.
Ihre Tochter kam am 17. Januar 1907 zur Welt und wurde nach ihren beiden Großmüttern Mathilde genannt. Im Januar 1919 nutzte Bertha Scherer wie die anderen Frauen im Haus ihr neues Recht, gleichberechtigt wie die Männer zur Wahl zu gehen. Ihre Tochter heiratete am 8. Mai 1928 den Kaufmann Karl Lichtenstein, der im Konfektions- und Manufakturgeschäft seines Schwiegervaters mitarbeitete. Das junge Paar wanderte 1936 mit ihrem Sohn Werner aus.
Max und Bertha Scherer verkauften ihr Geschäft am 1. Mai 1938 an Gertrud Lang und zogen am 15. Juni 1938 nach Ladenburg in die Kirchenstraße 10. Von dort reisten sie über Hamburg auf dem Schiff "Manhattan" am 27. April 1939 in die USA ein. Ihre Kontaktadresse in Deutschland war die von Berthas Mutter in Ladenburg. Bertha Scherer war zuvor schon einmal im Jahr 1937 in die USA gereist. Sie stellte wie ihr Mann am 23. Januar 1940 in Urbana, Ohio, einen Einbürgerungsantrag. Laut dem US-Census von 1940 wohnten sie bei ihrer Tochter, dem Schwiegersohn und dem Enkel in Urbana City, Champaign County, Ohio. 1950 wohnte Bertha Scherer auch bei ihrer Tochter und dem Schwiegersohn in University Heights, Cuyahoga County, Ohio (3798 Westwood Road). Sie starb am 19. Januar 1959 und wurde neben ihrem Mann auf dem Mount Olive Cemetery in Solon, Cuyahoga County, beerdigt.
Bertha Scherers Mutter Mathilde Kaufmann wurde zusammen mit ihren Kindern Julie, Luise, Meta und Sally aus Ladenburg nach Gurs deportiert und starb dort am 8. Dezember 1940. Die Geschwister wurden alle in Auschwitz ermordet.
Quellen und Literatur
- Stadtarchiv Sinsheim, SNH A 1577; Geburts-Hauptregister der Gemeinde Sinsheim, Amtsgerichts Sinsheim, für das Jahr 1907, Nr. 4.
- Standesamt Ladenburg, Heiratsregister, Nr. 23/1905.
- Hauptstaatsarchiv Stuttgart, EA 99/001 Bü 76; EA 99/001 Bü 161.
- 1940 Census Population Schedules, Ohio, Champaign County, ED 11-23, Sheet No. 6 A, U.S. National Archives and Records Administration, 135692274.
- 1950 Census Population Schedules, Ohio, Cuyahoga County, ED 18-170, Sheet No. 31/5, U.S. National Archives and Records Administration.
- Ohio Death Index, 1908–1932, 1938–1944, 1958–2007.
- Der Landbote Nr. 79 vom 8. Juli 1905; Nr. 107 vom 12. September 1905.
- Jürgen Zieher: Spuren jüdischen Lebens in Ladenburg. Ein Rundgang, Ladenburg 2019.
- Find a Grave, Datenbank und Bilder (https://de.findagrave.com/memorial/257942839/bertha-scherer: aufgerufen 4. September 2025), Gedenkstättenseite für Bertha Scherer (19 Aug 1882–18 Jan 1959), Gedenkstätten-ID bei Find a Grave 257942839, zitierend Mount Olive Cemetery, Solon, Cuyahoga County, Ohio, USA; Gepflegt von H.C.Sepelak (Mitwirkung 51203194).
Bildnachweise
- Stadtarchiv Sinsheim
Autorin
Wiltrud Flothow

