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Bertha Reinach

Geburtsname
Bertha Oppenheimer

Geburtsdatum und -ort
8. Oktober 1887 in Hemsbach

Sterbedatum und -ort
19. September 1974

Beruf
Hausfrau

Wohnadressen in Sinsheim und den Stadtteilen

  • 1912 bis 1935: Sinsheim, Hauptstraße 94 (aktuelle Nummerierung)

Biografie

Bertha Reinach geb. Oppenheimer stammte aus Hemsbach. Ihre Eltern waren der Metzgermeister Isaak Oppenheimer und Jeanette Oppenheimer geb. Sommerfeld. Die standesamtliche Trauung mit Leopold Reinach fand am 21. August 1912 in Hemsbach statt, die kirchliche Trauung durch den Rabbiner vier Tage später in Heidelberg. Sie wurde Mutter von zwei Kindern: Karl Kurt, geboren am 12. Juni 1915 in Frankfurt am Main, und Ilse Irene Jeanette, geboren am 13. Juli 1919 in Sinsheim.

Bertha Reinach meldete am 5. September 1935 die vorübergehende Schließung der Bäckerei, als ihr Mann im Konzentrationslager Kislau eingesperrt war. Im gleichen Jahr zog sie mit ihren Kindern nach Heidelberg in die Schröderstraße 12, wohin auch ihr Mann entlassen wurde. Am 15. Februar 1939 wanderte das Ehepaar Reinach auf dem Schiff "President Roosevelt" von Hamburg in die USA aus. Ziel war ihr Sohn Karl Kurt Reinach, wohnhaft 203 West 107th Street, New York City. Karl Kurt war schon im Oktober 1937 ausgewandert, seine Schwester im Mai 1938. Wie ihr Mann Leopold stellte Bertha Reinach im September 1939 einen Einbürgerungsantrag. Diesem wurde am 26. Februar 1945 stattgegeben. Laut dem US-Census 1940 wohnten Leopold, Bertha, Ilse und Karl zusammen in einer Wohnung (207 West 136th Street). 1950 waren Sohn und Tochter ausgezogen. Leopold und Bertha Reinach hatten Untermieter aufgenommen. Einer von ihnen war Hans Kaichen, Neffe des Sallo Ledermann aus Sinsheim. Bertha Reinach starb am 19. September 1974.

Quellen und Literatur

  • Stadtarchiv Sinsheim, SNH A 735; Geburts-Hauptregister der Gemeinde Sinsheim, Amtsgerichts Sinsheim, für das Jahr 1919, Nr. 18.
  • 1940 Census Population Schedules, New York, New York County, ED 31-1834A, Sheet No. 11 B, U.S. National Archives and Records Administration, 133723224.
  • 1950 Census Population Schedules, New York, New York County, ED 31-1918, Sheet No. 12, U.S. National Archives and Records Administration.
  • Wilhelm Bauer: Standesbuch. Der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Sinsheim. Geburts-, Heirats- und Sterberegister von 1810–1938, Sinsheim 2006.

Bildnachweise

  • Stadtarchiv Sinsheim
  • Privatbesitz

Autorin

Wiltrud Flothow