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Adelheid Hilde Weil

Geburtsdatum und -ort
14. Mai 1894 in Sinsheim

Sterbedatum und -ort
21. Mai 1943 im Vernichtungslager Sobibor, Polen

Beruf
Hausfrau und Mutter

Wohnadressen in Sinsheim und den Stadtteilen

  • 1897: Sinsheim, Hauptstraße 88 (heutige Nummerierung)

  • 1900 bis 1919: Sinsheim, Bahnhofstraße 30 (frühere Nummerierung)

Biografie

Adelheid Hilde Weil, Hilde genannt, war die Tochter des Kaufmanns und Viehhändlers Gustav Weil und der Nannette Weil. Ihre Eltern waren 1893 von Weiler nach Sinsheim gezogen, wohnten allerdings nicht vor 1902 in dem Haus in der Bahnhofstraße 30. Über Hilde Weils Schulbildung ist wenig bekannt. Vermutlich besuchte sie die Höhere Töchterschule in Sinsheim. 1912 war Hilde Weil Schülerin des Pensionats für Töchter der Witwe Julie Bermann in Heidelberg, direkt am Universitätsplatz. Ob sie dann als Tochter nicht unvermögender Eltern einen Beruf erlernte, ist fraglich. Hilde Weil war Mitglied im Tennisclub, wie auch die Geschwister Hedwig und Sallo Ledermann. 1915 starb ihr Vater, 1917 ihr Bruder Julius Soldat. Ihr Bruder Siegfried war schon 1898 als Säugling gestorben.

Während des Ersten Weltkriegs arbeitete Hilde Weil als Krankenschwester. 1919 ist Hilda Weil, ohne Beruf, im Wählerverzeichnis zur Wahl der Badischen Verfassungsgebenden Nationalversammlung gelistet, und sie ging auch wählen – im Gegensatz zu ihrer Mutter. Am 28. Oktober 1919 heiratete sie in Sinsheim den Amsterdamer Holzkaufmann und Künstler David van Hessen, der am 12. August 1881 in Groningen geboren worden war. Sie lebte mit ihrem Mann zunächst in Amsterdam und schließlich in Den Haag. Das Paar bekam drei Kinder: 1920 Gustaaf Adolf (Guus), 1923 Jules und 1925 Pauline Edith.

Hilde van Hessens Mutter, die alleine weiter in Sinsheim wohnte, zog spätestens 1938 zu ihnen, als die Lebenssituation für Juden in Deutschland immer bedrohlicher wurde. Als Niederländer fühlten sie sich sicher. Nachdem die Deutschen 1940 die Niederlande besetzt hatten, bekam auch die Familie van Hessen mehr und mehr die Repressalien gegen Juden zu spüren. 1942 begann die Deportation von Juden aus den Niederlanden. Tochter Edith bekam eine falsche Identität, lebte als Hausangestellte in einer niederländischen christlichen Familie und überlebte mit deren Hilfe den Krieg. Sohn Jules versuchte nach England zu fliehen, wurde verraten, gefangen genommen, nach Auschwitz deportiert und am 29. Februar 1944 dort ermordet. Hilde van Hessen wurde aus einem Krankenhaus heraus in das Sammel- und Durchgangslager Westerbork verschleppt, wohin auch ihre Mutter, Nannette Weil, gebracht worden war. Beide Frauen wurden am 18. Mai 1943 aus Westerbork nach Sobibor deportiert und dort ermordet. David van Hessen starb im Juni 1943 in einem Krankenhaus in Utrecht an Krebs. Kurz vor seinem Tod schrieb er an seine Tochter:"Es ist eigenartig, wie viel der Mensch ertragen kann, solange ihm das Schicksal in kleinen Portionen verabreicht wird. Es ist genau wie mit Gift, das man gefahrlos schlucken kann, wenn man mit kleinen Dosen beginnt und diese nur langsam steigert, bis der Körper sich schließlich daran gewöhnt."

Im Juli 1945 stellte Sohn Gustaaf Adolf, der einige Monate vor der deutschen Besetzung Hollands in die USA ausgewandert war und als Soldat in der US-Armee diente, von Marburg aus eine Suchanfrage nach Mutter, Bruder und Großmutter. Edith heiratete Loet Velmans, einen Schulfreund ihres ermordeten Bruders. Sie lebte mit ihm und den drei gemeinsamen Töchtern in den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz, England und den USA. Sie starb am 6. April 2023. Was von der Familie Weil-van Hessen bleibt, sind Briefe der Familienmitglieder und die Tagebücher Ediths. Dieses Material wurde Grundlage für ein 1997 erstmals veröffentlichtes Buch. Das erste Tagebuch war ein Geschenk von Ediths Großmutter Nannette Weil aus Sinsheim gewesen.

Für Hilde van Hessen wurde im April 2025 in Den Haag ein Stolperstein verlegt.

Quellen und Literatur

  • Stadtarchiv Sinsheim, SNH A 1577; Geburts-Hauptregister der Gemeinde Sinsheim, Amtsgerichts Sinsheim, für das Jahr 1894, Nr. 35; Heirats-Hauptregister der Gemeinde Sinsheim, Amtsgerichts Sinsheim, für das Jahr 1919, Band III, Nr. 50; Sammelakten zum Heirats-Register der Gemeinde Sinsheim 1916-1919.
  • Postkarte von Julius Weil an seine Schwester Hilde Weil.
  • Sammel- und Durchgangslager Westerbork, Dokumentation über das Schicksal der jüdischen Bevölkerung während der NS-Herrschaft, Namensliste der jüdischen Opfer des NS-Regimes in den Niederlanden, 1941-1945, A-Z, 1.1.46.1/5154081/ITS Digital Archive, Arolsen Archives.
  • Sammel- und Durchgangslager Westerbork, Dokumentation über das Schicksal der jüdischen Bevölkerung während der NS-Herrschaft, Namensliste der jüdischen Opfer des NS-Regimes in den Niederlanden, 1941-1945, A-Z, 1.1.46.1/5149588/ITS Digital Archive, Arolsen Archives.
  • Sammel- und Durchgangslager Westerbork, Dokumentation über das Schicksal der jüdischen Bevölkerung während der NS-Herrschaft, Namensliste der jüdischen Opfer des NS-Regimes in den Niederlanden, 1941-1945, A-Z, 1.1.46.1/5149589/ITS Digital Archive, Arolsen Archives.
  • Schriftgut des ITS und seiner Vorgänger, Suchanfragen 1945-1946, 6.3.1.1/86218110-86218114/ITS Digital Archive, Arolsen Archives.
  • Yad Vashem, The Central Database of Shoah Victims' Names, Page of Testimony, Hilde van Hessen, Item ID 14355797.
  • TC Rot-Weiß Sinsheim e. V. (Hrsg.): 50 Jahre TC Rot-Weiß Sinsheim e. V., Sinsheim 1977.
  • Edith Velmans-van Hessen: Ich wollte immer glücklich sein. Das Schicksal eines jüdischen Mädchens im Zweiten Weltkrieg, Wien 1999.

Bildnachweise

  • Stadtarchiv Sinsheim
  • Privatbesitz

Autorin

Wiltrud Flothow